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Wie viel Geld brauche ich wirklich zum Starten? Dein erster Betrag für den ETF-Sparplan

Wie viel Geld brauche ich wirklich zum Starten? Dein erster Betrag für den ETF-Sparplan

Du sitzt vor dem Formular für deinen ersten Sparplan. Alles ist ausgefüllt, nur ein Feld blinkt noch: Sparrate pro Monat. Und du denkst: Reicht mein Betrag überhaupt? Ist das nicht viel zu wenig, um etwas zu bewirken?

Die kurze Antwort: Es gibt keine Summe, die für alle Frauen die richtige ist. Sinnvoll ist eine feste Reihenfolge: erst Kassensturz, dann ein Notgroschen als Puffer, dann eine Rate, die du über Jahre durchhältst. Bei der Frage „ETF Sparplan: wie viel pro Monat?“ zählt deshalb weniger die Höhe als die Regelmäßigkeit.

Ich zeige dir in diesem Beitrag, wie du deine erste Rate selbst herleitest, was du dabei zu Notgroschen und Kosten wissen solltest und wie das bei Teilzeit, in der Familienphase oder mit schwankendem Einkommen aussieht. Die Rechenbeispiele nutzen frei gewählte Zahlen und gehen ohne Annahme zur Wertentwicklung vor.

Gibt es eine Summe, ab der sich ein ETF-Sparplan lohnt?

Nein, eine feste Grenze „ab X Euro“ gibt es nicht. Ein ETF-Sparplan ist ein Dauerauftrag in die Geldanlage: Jeden Monat fließt ein von dir festgelegter Betrag automatisch in Anteile eines ETF (Exchange Traded Fund, ein börsengehandelter Fonds, wie ein Korb voller Aktien; mehr dazu im Glossar: ETF einfach erklärt).

Welche Mindestrate möglich ist, legt dein Anbieter fest. Viele Banken und Broker bieten Sparpläne schon mit kleinen Beträgen an, andere verlangen mehr. Das Angebot unterscheidet sich außerdem je nach Land. Schau deshalb in das Preis- und Leistungsverzeichnis deines Anbieters, bevor du dich entscheidest.

Wichtiger als die Frage nach der Untergrenze ist eine andere: Welchen Betrag kann ich ohne Stress jeden Monat bezahlen, auch wenn ein Monat teurer wird? Genau diese Frage beantwortest du mit den nächsten Schritten.

Was sollte ich klären, bevor ich meine erste Rate festlege?

Zuerst einen Überblick über dein Geld (Kassensturz), danach einen Puffer für Unvorhergesehenes (Notgroschen). Erst dann weißt du, welcher Betrag für den Sparplan überhaupt frei ist.

So gehst du beim Kassensturz vor:

  1. Einnahmen: Was kommt netto sicher jeden Monat auf dein Konto? Zähle nur das, womit du fest rechnen kannst.
  2. Fixkosten: Miete, Strom, Versicherungen, Kredite, Abos. Am besten schaust du dafür die letzten zwölf Monate Kontoauszüge an.
  3. Variable Ausgaben: Lebensmittel, Kinder, Freizeit, Kleidung. Rechne lieber mit dem Durchschnitt der letzten Monate als mit einem Wunschwert.
  4. Teure Schulden: Gibt es einen überzogenen Kontorahmen, eine Kreditkartenschuld oder einen Kredit mit hohen Zinsen? Dann gehört auch das in deine Rechnung, bevor du die Sparrate festlegst.
  5. Vorhandene Rücklagen: Wie viele Monate deiner Ausgaben könntest du heute mit deinem Ersparten überbrücken?

Zum Puffer gibt es eine verbreitete Faustregel: drei bis sechs Netto-Monatsausgaben auf einem separaten, schnell verfügbaren Konto. Wie du deinen persönlichen Wert findest und warum ein Notgroschen nicht auf einen Schlag fertig sein muss, steht in meinem Beitrag zum Notgroschen. Viele Frauen bauen den Puffer und den Sparplan parallel auf, zum Beispiel mit einem ersten Basis-Puffer von ein bis zwei Monatsausgaben.

Wie berechne ich meine erste Sparrate?

Du ziehst von deinen Einnahmen alle Ausgaben und die Rate für deinen Puffer ab. Was übrig bleibt, ist dein Spielraum, und nur ein Teil davon wird deine Sparrate.

Der Rechenweg mit frei gewählten Zahlen (in der Schweiz entsprechend in Franken):

  • Nettoeinnahmen: 2.200 Euro
  • minus Fixkosten: 1.300 Euro
  • minus variable Ausgaben: 600 Euro
  • minus Rate für den Notgroschen: 100 Euro
  • = Spielraum: 200 Euro

Aus diesem Spielraum wählst du einen Betrag, der auch dann noch passt, wenn ein Monat teurer wird: eine Zahnarztrechnung, ein Geburtstag, eine Reparatur. Ein Teil des Spielraums bleibt bewusst frei. Wie groß dieser Teil ist, hängt von deinem Alltag ab und ist deine Entscheidung.

Und was bedeutet eine Rate über die Zeit? Auch das lässt sich rechnen. Die folgenden Beträge sind frei gewählt und zeigen nur, wie viel du selbst einzahlst. Die Wertentwicklung ist dabei nicht berücksichtigt, da es auf das Investment ankommt. 

  • 25 Euro im Monat: 300 Euro im Jahr, 3.000 Euro in zehn Jahren
  • 50 Euro im Monat: 600 Euro im Jahr, 6.000 Euro in zehn Jahren
  • 100 Euro im Monat: 1.200 Euro im Jahr, 12.000 Euro in zehn Jahren

Die Formel dahinter: Monatsrate mal 12 mal Anzahl der Jahre. Wofür du die Rate überhaupt anlegst, bestimmt dein Ziel. Die Reihenfolge Ziel, Strategie, Investments erkläre ich dir im Beitrag Investieren für Anfängerinnen.

Warum zählt die Gewohnheit mehr als die Höhe der Rate?

Weil ein Sparplan nur wirkt, wenn er läuft. Eine kleinere Rate, die du Jahr für Jahr durchhältst, ist für dich planbarer als eine große Rate, die du nach drei Monaten wieder stoppst.

Drei Dinge helfen dir dabei:

  • Automatisch statt von Hand: Lege den Ausführungstag kurz nach deinem Gehaltseingang. Dann entscheidest du nicht jeden Monat neu.
  • Klein starten, später anpassen: Du kannst die Rate erhöhen, wenn dein Einkommen steigt oder Kosten wegfallen, zum Beispiel wenn die Kinderbetreuung günstiger wird.
  • Lernen mit kleinem Einsatz: Viele Frauen sagen mir, dass die Angst, etwas falsch zu machen, größer ist als das Geld selbst. Eine Rate, die dir nicht wehtut, nimmt dir einen Teil dieser Angst. Mehr dazu findest du im Beitrag Angst vor dem ersten Investment überwinden.

Das bedeutet konkret für dich: Die erste Rate ist ein Anfang und keine Entscheidung fürs Leben.

Worauf achte ich bei kleinen Sparraten?

Auf die Kosten, denn feste Gebühren wiegen bei kleinen Beträgen prozentual schwerer. Das ist reine Rechnerei: Kostet jede Sparplanausführung zum Beispiel 1,50 Euro (frei gewähltes Beispiel), sind das bei 30 Euro Rate 5 Prozent, bei 100 Euro Rate 1,5 Prozent.

Diese Punkte prüfst du vor dem Start in den Konditionen deines Anbieters:

  • Mindestrate: Ab welchem Betrag bietet der Anbieter den Sparplan an?
  • Entgelt je Ausführung: Fällt pro Sparplanausführung eine Gebühr an, oder ist sie frei?
  • Depotführung: Gibt es eine Gebühr pro Jahr oder Quartal?
  • TER (Total Expense Ratio): Das sind die laufenden jährlichen Kosten des ETF, ausgedrückt in Prozent. Sie stehen im Basisinformationsblatt (KID) des ETF.
  • Verfügbarkeit: Ist der gewünschte ETF in deinem Land über deinen Anbieter handelbar?

Wie viel brauche ich, wenn ich Einzelaktien kaufen möchte?

Bei Einzelaktien kommt eine zweite Rechnung dazu, denn eine Aktie kostet so viel, wie ihr Kurs gerade anzeigt. Manche Anbieter erlauben dir den Kauf von Bruchstücken oder Sparpläne auf Einzelaktien, andere nicht. Bei kleinen Beträgen fallen außerdem Ordergebühren stärker ins Gewicht.

Hinzu kommt die Streuung (Diversifikation, mehr dazu im Glossar: Diversifikation): Ein ETF enthält viele Unternehmen in einer einzigen Position. Wer mit einer kleinen Summe Einzelaktien kauft, hat in der Regel nur wenige Unternehmen im Depot und damit mehr Abhängigkeit von deren Entwicklung. Wie ETFs als Basis in einen Plan passen, habe ich im Beitrag ETFs im Anlageplan beschrieben.

Wie ist das bei Teilzeit, in der Familienphase oder mit schwankendem Einkommen?

Dann baust du deine Rate auf dem Betrag auf, den du auch in einem schwachen Monat sicher bezahlen kannst, und hältst den Puffer lieber etwas größer. Gerade wenn dein Einkommen nicht gleich bleibt, zählt Verlässlichkeit mehr als ein ambitionierter Betrag.

  • Teilzeit: Rechne mit deinem tatsächlichen Nettoeinkommen, nicht mit dem, das du früher hattest oder später haben möchtest. Auch eine kleine Rate hält die Gewohnheit am Laufen.
  • Familienphase: Die Ausgaben ändern sich oft schnell. Prüfe deinen Kassensturz bei jeder größeren Veränderung neu und passe die Rate an, nach oben wie nach unten.
  • Schwankendes Einkommen (zum Beispiel selbstständig oder mit Honoraren): Orientiere dich am niedrigsten typischen Monat der letzten zwölf Monate. Plane beim Notgroschen eher die obere Spanne ein, wie ich es im Beitrag zum Notgroschen beschreibe.
  • Flexibilität: Bei vielen Anbietern kannst du die Rate ändern, aussetzen oder beenden. Prüfe das vor dem Start in den Bedingungen.

Eine eigene Rate auf deinen Namen gibt dir außerdem eine eigene Rücklage, unabhängig davon, wie sich das Haushaltseinkommen entwickelt.

Checkliste: In 5 Schritten zu deiner ersten Sparrate

  1. Kassensturz machen: Einnahmen, Fixkosten und variable Ausgaben der letzten zwölf Monate aufschreiben.
  2. Puffer starten: Ein separates Konto für den Notgroschen anlegen und einen ersten Betrag zurücklegen.
  3. Spielraum berechnen: Einnahmen minus Ausgaben minus Puffer-Rate.
  4. Rate festlegen: Einen Teil des Spielraums wählen, den du auch in einem teuren Monat bezahlen kannst.
  5. Konditionen prüfen und starten: Mindestrate, Gebühren und TER vergleichen, dann den Sparplan einrichten und in drei Monaten prüfen, ob die Rate passt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt keine feste Summe, ab der sich ein ETF-Sparplan „lohnt“. Entscheidend ist eine Rate, die du regelmäßig und ohne Stress bezahlen kannst.
  • Reihenfolge: erst Kassensturz, dann Notgroschen, dann die Sparrate.
  • Deine Rate leitest du aus deinem Spielraum ab: Einnahmen minus Ausgaben minus Puffer-Rate.
  • Bei kleinen Raten wiegen feste Gebühren stärker. Prüfe Mindestrate, Entgelt je Ausführung, Depotgebühr und TER.
  • Bei Teilzeit, Familienphase oder schwankendem Einkommen baust du die Rate auf deinem niedrigsten sicheren Monat auf und passt sie später an.

Wenn du die Grundlagen in Ruhe nachlesen möchtest, starte mit meinem kostenlosen E-Book „Dein Start mit ETFs und Aktien“. Und wenn du lieber zuschaust und zuhörst, ist mein kostenloses Webinar „Dein Aktien und ETF Fahrplan“ der passende Einstieg.

FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Sparplan und zur Einstiegssumme

Eine feste Mindestsumme gibt es nicht. Die Untergrenze bestimmt dein Anbieter, und wie viel du sinnvoll sparen kannst, ergibt sich aus deinem Kassensturz: Einnahmen minus Ausgaben minus Rate für den Notgroschen. Aus dem Spielraum wählst du eine Rate, die du auch in einem teuren Monat bezahlen kannst.

Ja, viele Anbieter bieten Sparpläne mit kleinen Raten an. Bei kleinen Beträgen solltest du auf die Kosten achten, weil feste Gebühren pro Ausführung prozentual stärker ins Gewicht fallen. Prüfe Mindestrate, Entgelt je Ausführung und Depotgebühr, bevor du startest.

Nicht unbedingt. Eine verbreitete Faustregel nennt drei bis sechs Netto-Monatsausgaben als Notgroschen. Viele Frauen bauen den Puffer und den Sparplan parallel auf, mit einem ersten Basis-Puffer von ein bis zwei Monatsausgaben. Wichtig ist, dass du bei einer unerwarteten Ausgabe nicht an dein Depot musst.

Orientiere dich beim Festlegen der Rate am niedrigsten typischen Monat der letzten zwölf Monate und plane einen größeren Notgroschen ein. Bei vielen Anbietern kannst du die Rate später ändern oder aussetzen. Prüfe das vorab in den Bedingungen.

Bei vielen Anbietern ja: Du kannst die Rate erhöhen, senken, aussetzen oder den Sparplan beenden. Wie das genau funktioniert und ob Fristen oder Kosten gelten, steht in den Bedingungen deines Anbieters.

Dafür gibt es keine feste Grenze. Ein Sparplan ist ein regelmäßiger Automatismus, und seine Wirkung hängt davon ab, wie lange und wie regelmäßig du dabei bleibst. Der Wert des Depots kann dabei steigen und fallen. Sinnvoll ist deshalb eine Rate, die du über Jahre durchhältst.

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